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Dienstag, 10. Oktober 2017

Konzertbericht THE VISION BLEAK + NOCTE OBDUCTA + SAILLE - 30.9.2017 München / Backstage

Es ist schon ein paar Tage her, dass THE VISION BLEAK als Headliner in deutschen Landen unterwegs waren. Warum eigentlich? Seit Jahren wächst die Fangemeinde konstant und mit dem sehr starken, immer noch aktuellen Album "The Unkonown" in der Hinterhand kann eigentlich doch nichts schief gehen. Oder doch?
Oh doch, es kann, zumindest teilweise, und nur auf München zutreffend.
Wie der Metal-Gott es will, bekommt das Backstage heute nicht nur vom feinen Tourpackage THE VISION BLEAK / NOCTE OBDUCTA / SAILLE einen Besuch abgestattet, sondern auch von den schottischen ALESTORM Piraten.
Und wie so oft, setzt sich der (vermeintlich) leichter zugängliche Mainstream durch, wenn man die Besucherzahlen betrachtet.
Während die Warteschlange am Einlass für Christopher Bowes' trinkfeste Mannschaft gefühlt 250 Meter lang sein muss, "verirren" sich in die hintere Halle (der ALTESTORM Gig fand vorne, in der größten der drei Hallen statt) gerade einmal ca 150 Zuschauer.

SAILLE

Die fünfköpfige Truppe aus Belgien nimmt ihre Arbeit um kurz vor 20 Uhr auf, anders jedoch als bei ihrem letzten München Besuch im Jahre 2016 (Hier der Review-Link), haben SAILLE mit "Gnosis" diesmal ein weitestgehend brauchbares Album am Start und haben zudem ihren Fokus inzwischen mehr auf Härte als auf symphonisches Beiwerk eingestellt, was letztendlich der halbstündigen Show gut zu Gesicht steht.
SAILLE (© by metal-is-forever-alive)
Ebenfalls hilfreich dabei, den durchwachsenen Auftritt vom Dark Easter Festival 2016 zu revidieren, ist die Tatsache, dass SAILLE heute einen kraftvollen Sound (nur das Schlagzeug hätte besser abgemischt gehört) zur Verfügung gestellt bekommen - keine Selbstverständlichkeit als Opener. Und so gestalltet sich die halbe Stunde recht kurzweilig, in der sogar die ein oder andere Matte in Bewegung kommt, und dem Gig damit auch einen passenden Rahmen verleiht.

NOCTE OBDUCTA

Nach einer erfrischend kurz gehaltenen Umbaupause, entert die experimentierfreudigste Wundertüte der deutschen Black Metal Szene, unter den Klängen eines Intros, die Bühne und lässt ohne lange Vorreden mit "Niemals Gelebt" gleichmal den Knüppel aus dem Sack.
NOCTE OBDUCTA muss man niemanden mehr vorstellen, dazu haben die Herren aus Mainz bereits zu tiefe Spuren im schwarzgefärbten Unterholz hinterlassen. Immerhin treibt der leicht chaotisch anmutende Haufen bereits seit 1998 sein Unwesen in der hiesigen Musiklandschaft, sieht man mal von dem ein oder anderen Päuschen, inkl einem delikatem Abendessen auf Uranos, ab. Logisch, dass sich da einiges an Songmaterial angesammelt hat.
NOCTE OBDUCTA (© by metal-is-forever-alive)
Dementsprechend bunt durchgemischt ist die heutige Setlist. Obwohl NOCTE OBDUCTA mit "Totholz" ein vor kurzem erschienenes Werk am Start haben, kommen hiervon mit "Trollgott" und "Liebster" nur zwei Titel zu Live-Ehren. Der Rest ist eine rückwärtsgerichtete Reise, die mit "Solange euer Flesich noch warm ist" auch bis ganz in die Anfangstage der unter dem Schleier der Nacht entsprungenen Truppe reicht. 
Kurz vor Ende des regulären Sets unterstreichen NOCTE OBDUCTA nochmals, dass sie nicht gemacht sind, um dem Schubladendenken vieler Schwarzmetaller gerecht zu werden, indem sie mit "Braineaters" einen MISFITS Song zum besten geben.
Auch, dass ausgerechnet "Liebster" seinen Weg auf die Setlist gefunden hat, ist typisch NOCTE OBDUCTA - ist es doch der Song vom neuen Album, der von vielen Journalisten und Schreiberlingen, als der schwächste "Totholz"-Track ausgemacht wurde. In diesem Sinne: Fick die Muse!

THE VISION BLEAK

Diesmal dauert die Umbaupause etwas länger, was sich aber damit erklärt, dass der Headliner auf sein eigenes Drumkit zurückgreifen möchte.
THE VISION BLEAK (© by metal-is-forever-alive)
Als dann endlich das komplette Equipment seinen vorgesehenen Platz auf der Bühne gefunden hat, dauert es nur noch wenige Momente, bis sich Konstanz und Schwadorf auf selbige wagen, und mit "Spirits of the Dead" und "From Wolf into Peacock", den Startschuß für die heutige Horror Metal Nacht geben.
THE VISION BLEAK verstehen es nicht erst seit heute, ihren atmosphärischen Dark Metal, der zudem mit mystischen Elementen, Goth Anleihen und Black Metal Sprenklern versehen ist, gekonnt in Szene zu setzen.
Wer die beiden einmal Live erleben durfte, weiß wovon ich rede: Es gibt auf diesem Planeten nur wenige Bands, die Finsternis, Schwermut und Melodie so ansprechend umzusetzen wissen. Auch wenn sich auf der Bühne, bewegungstechnisch gesehen, relativ wenig abspielt, fühlt man sich dennoch über die ganze Show hinweg, immer bestens unterhalten.
THE VISION BLEAK (© by metal-is-forever-alive)

Wer auf wildes Stageacting und kitschige Showelemente wartet, ist hier definitiv fehl am Platze. THE VISION BLEAK bestechen durch ihr perfekt aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel und ihre Songs: "Carpathia", "Into the Unknown", "I Dined with the Swans", "Deathship Symphony", "By Our Brotherhood with Seth", lauten einige der Songs, mit denen THE VISION BLEAK es auch heute Abend wieder geschafft haben, die (überschaubaren) Massen zu begeistern.
Und der Zugabenblock ("Kutulu!" und "The Lone Night Rider") ist sowieso über jeden Zweifel erhaben, hat er doch die Kraft und die Magie, selbst dem übellaunigsten Schwarzkittel (sofern anwesend), ein zustimmendes Grinsen aufs Antlitz zu zaubern. Was will man mehr? (JK)

Noch mehr Bilder gibt es hier: 
https://www.facebook.com/metalisforever.womm/posts/1617314168343664

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