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Montag, 22. Mai 2017

Konzertbericht MONO INC. + PALAST - 29.4.2017 München/Backstage

MONO INC. auf  "Together Till the End" Rundreise durch die Republik

Gothic Rock ist heutzutage eigentlich eher eine Nischenmusikrichtung. Dennoch gibt es immer wieder Bands aus diesem Genre, die es schaffen, ein breiteres Publikum anzusprechen. Eine dieser Bands sind MONO INC. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass sich an diesem Abend sehr viele unterschiedliche Leute vor dem Münchner Backstage eingefunden haben. Von Gothics, über Metaller, bis hin zu "Normalbürgern" ist alles vertreten, ja sogar Familien mit Kindern werden gesichtet.

Was nach dem Betreten der Halle dann als erstes auffällt, ist, dass vor der Bühne eine mehrere Meter lange Plattform in den Zuschauerraum ragt. Sehr ungewöhnlich für das Backstage, scheint aber typisch für MONO INC. zu sein. Leider verkleinert das aber den Platz vor der Bühne stark.
Als Einheizer haben MONO INC. die Berliner Band PALAST aufgeboten. Eine Truppe, die noch relativ unbekannt ist und heute, musikalisch gesehen, wohl eher als "unpassend" einzuordnen sein dürfte. Ob das mal gut geht?

Die erste "Enttäuschung" folgt dann auch auf dem Fusse. Auf der Bühne steht kein Schlagzeug, sondern nur verschiedene Keybords und Synth-Pads. Ergo: Hier gibt es wohl keinen Rock zu hören.
                                                 

PALAST (© by The Discovered Land)
Nachdem die drei Berliner die Bühne betreten, bestätigt sich dieser Verdacht, denn PALAST sind eher der elektronischen Musik, als der schwarzen Szene zuzuordnen. Zur großen Überraschung einiger Fans, die die Band vorher nicht kannten, steht hier HELLOWEEN-Gitarrist Sascha Gerstner am Mikro. Sein Gesang kann aber zu Beginn der Show nicht wirklich überzeugen, denn der erste Song besteht zum Großteil nur aus der häufig wiederholten und schön monoton vorgetragenen Textzeile "Shut the Door". Grenzwertig! Die Musiker haben aber offentsichtlich Spaß an dieser Nummer. Jedoch können sie mit ihrer für ein Rockkonzert doch eher untypischen Musik nicht so sehr beim Publikum punkten und ernten hauptsächlich Höflichkeitsapplaus. Im weitern Verlauf der Show ändert sich daran nur wenig.
Dank einer gut geplanten Setlist können sie sich aber zumindest bei jedem Song etwas steigern und so etwas für Stimmung sorgen. Die aktuelle Single "Mirror, Mirror" kommt sogar richtig gut an.
Danach ist aber auch schon Schluß, und PALAST machen zur Erleichterung vieler Fans, die mit der elektronischen Musik rein gar nichts anfangen können, die Bühne frei für MONO INC.

Die Bühne ist in Form eines alten Schiffs gebaut, inklusive Segeln, die mit dem MONO INC.-Logo bedruckt sind, funktionstüchtigen Laternen und (Pyro-)Kanonen neben dem Schlagzeug.
MONO INC. (© by The Discovered Land)
Als dann endlich das Intro ertönt, wird die Bühne in Nebel getaucht, was einen sehr stimmungsvollen, düsteren Anblick ergibt. Perfekte Voraussetzungen also für den Gothic Rock von MONO INC., die mit  "Together Till the End" eröffnen. Der Sound ist super, und die Band wird von den Zuschauern mit lautem Applaus begrüßt. Nach einem weiteren neuen Lied, spielt die Band mit "Arabia" den ersten Hit des Abends. Leider ist hierbei die Stimme von Schalgzeugerin Katha Mia, die einen Großteil des Refrains singt, fast nicht zu vernehmen. Allerdings wird dies durch die mitsingenden Fans wieder ausgeglichen. Zu "Never-Ending Love Song" greift Sänger Martin Engler zur Gitarre.                                                                           
MON INC. (© by The Discovered Land)
Danach folgt der erste richtige Höhepunkt: "Across the Waves". Hierzu verlässt die Band die Bühne, da das Lied neben dem Gesang nur Keyboard und Trommeln enthält. Während das Keyboard vom Band kommt, werden die Trommeln live von mehreren in lange Mönchskutten gekleideten Trommlern gespielt. Martin Engler erhält ein Schiffssteuerrad vorne an der Bühne, und singt in Nebel gehüllt das Lied, dass sich mit der Flüchtligsthematik beschäftigt. Gänsehaut pur!
Da das erstmal nicht zu toppen ist, gehen die nächsten Songs leider etwas unter. Interessant wird es erst wieder bei "Forgiven", zu dem der Frontmann einen irren Priester, samt dazu passendem Kostüm, spielt. Anschließend erzählt er eine kurze Geschichte über einen Fan, der beim Fantreffen von MONO INC. einen Auftritt mit der Band gewonnen hatte, und von einem zufällig anwesenden Labelchef direkt einen Plattenvertrag erhielt. Eben dieser Fan wird dann auf die Bühne geholt und darf den MONO INC. Song "Potters Field", sowie die BLACK Coverversion "Wonderful Life" mit der Band singen. Die tolle Stimme von Major Voice, so sein Künstlername, löst im Publikum Begeisterungsstürme aus. Respekt!
MONO INC. (© by The Discovered Land)
Weiter geht's. Und diesmal kann die Band das Level halten, denn mit "Symphony of Pain", "Gothic Queen" und "Children of the Dark" folgen drei Bandhits. Bei letzterem gibt es noch minutenlange Fanchöre, die den eingänigen Refrain weitersingen. Beim Anleiten dieser Chöre betritt Martin Engler endlich auch mal die Plattform, die bisher eher mit Missachtung gestraft wurde. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, auf diesen Gimmick zu verzichten.
Mit "After the War" folgt dann der letzte Song, nach dem MONO INC. die Bühne verlassen und erst nach einer gefühlten Ewigkeit für die Zugabe wieder zurückkehren.
Diese besteht dann zunächst "nur" aus "Kein Weg zu weit" und dem wohl bekanntesten Song "Voices of Doom", der von Fans begeistert abgefeiert wird. Hier war eigentlich der finale Akkord eingeplant. Da die Fans danach aber noch immer keine Ruhe geben, kehrt die Band auch noch ein zweites Mal zurück auf die Bühne, und spielt den, nun wirklich, letzten Song ("Get Some Sleep") des Abends. (RH)

Bei MONO. INC und PALAST waren Raphael (RH) und Thomas (TG) für euch vor Ort.

Freitag, 19. Mai 2017

HERETOIR / "The Circle" / Label: Northern Silence Productions / 11 Tracks / 65:37 Min

Unsere Toten leben fort in den süßen Flüssen der Erde, kehren wieder mit des Frühlings leisem Schritt, und es ist ihre Seele im Wind, der die Oberfläche der Teiche kräuselt (Seattle / Indianer Häuptling).

Die Augsburger Post Black Metaller HERETOIR sind nicht gerade von der schnellen Truppe, zumindest wenn man den Abstand zwischen Debütalbum und Zweitlingswerk als Maßstab nimmt.
Ganze 6 Jahre haben sich Eklatanz und seine Mitstreiter Zeit gelassen, um den Nachfolger des selbstbetitelten Debüts auf den Weg zu bringen. Doch wie es scheint, haben HERETOIR die Zeit gut genutzt, ist auf "The Circle", im Vergleich zu "Heretoir", doch eine deutliche Leistungsteigerung auszumachen.
Ich würde sogar soweit gehen, dass HERETOIR mit "The Circle" sich nicht nur von ihren großen Vorbildern ALCEST emanzipiert haben, sondern sie momentan auch überflügelt haben, auch wenn man beiden Bands nicht 1:1 miteinander vergleichen kann.
Ein Umstand, der Neige, der übrigens bei "Laniakea Dances (Soleils Couchants)" als Gastsänger zu hören ist, sicherlich nicht schmecken dürfte, hat er doch selbst mit "Kodama" ein heißes Eisen im Feuer.
Doch, während "Kodama" teilweise immer noch mit den einschläfernden "Shelter"-Nebenwirkungen zu kämpfen hat, kommt "The Circle" knackig und frisch daher und verheddert sich nur seltenst in schwer nachvollziehbaren Shoegaze-Experimenten, sodass das Label Post Black Metal hier immer noch gerechtfertigt ist.
Und das, obwohl das Album mit dem verträumten Intro "Alpha" und dem elegischem Opener "The White" alles andere als optimal startet.
Doch was dann folgt ist ein kustvolles Gesamtbild, an dem man sich (im übertragenden Sinne) kaum sattsehen kann oder treffender ausgedrückt, nur schwerlich satthören kann.
Kunst, die sowohl in dunklen, teilweise sogar tiefschwarzen Farben ein klares Bild zeichnet, aber eben auch die ganze Palette sämtlicher Pastellfarben einzusetzen weiß.
Am besten lässt sich "The Circle" mit einem aufziehenden Frühlingssturm vergleichen, der auf der einen Seite noch frostige Temperaturen und starke Böen mit sich bringen kann, auf der anderen Seite aber auch für das Erwachen der Natur steht und schon den ein oder anderen wärmenden Sonnestrahl in sich trägt. (JK)

9 von 10

https://www.facebook.com/heretoir/
https://myspace.com/heretoir
http://www.northern-silence.de/

Dienstag, 16. Mai 2017

Konzertbericht GHOST + ZOMBI - 23. April 2017 - München/Zenith

Die Geister die ich rief ...

Wenn an einem Dienstag Abend, im sonst eher ruhigen Münchner Stadtteil Freimann, unzählige schwarz gekleidete Personen, Richtung Lilienthalallee marschieren, gibt es nur eine Erklärung dafür: Eine namhafte Metal-Band ist in der Stadt und lockt die Massen ins Zenith.

GHOST sind eine dieser z.Zt. schwer angesagten Bands. Die schwedische Truppe um Papa Emeritus III hat sich im Lauf der Jahre eine breite Fanbase erspielt und bekommt inzwischen auch die etwas größeren Hallen voll.

GHOST (© by metal-is-forever)
Ursprünglich war das direkt nebenan liegende (kleinere) Kesselhaus als Veranstaltungsort beworben worden. Kurzfristig, wohl Aufgrund guter Vorverkaufszahlen, wurde der Gig dann ins 6000 Nasen fassende Zenith verlegt. Ein Fehler wie sich herausstellen sollte.

Denn als die "Vorband" ZOMBI pünktlich um 20 Uhr anfängt, mit ihrem monoton wirkenden Synthiegeblubber, die Zuschauer systhematisch einzuschläfern, ist die Halle höchstens zur Hälfte gefüllt. Viel mehr sollten es aber auch später nicht werden - Klassischer Fall von verzockt.
All jene, die in weiser Vorahnung aber erst zum Headliner erschienen sind, haben in Anbetracht der auf der Bühne gebotenen Grütze alles richtig gemacht.
Selten zuvor, nein, noch nie, habe ich ein solch unpassendes und langweiliges Vorprogramm über mich ergehen lassen müssen. Ohne Übertreibung, dies waren die längsten 45 Minuten meines Lebens - ich bekomm' jetzt noch Plaque, wenn ich bloß daran denke!

Deshalb schnell weiter im Text mit GHOST:

Die lassen allerdings auf sich warten. Sehr zum Ärger der zahlenden Kundschaft.
                                                                               
GHOST (© by metal-is-forever)

Als nach kurzer Umbaupause gegen 21 Uhr die Hallenbeleuchtung ausgeschalten wird, brandet sofort Jubel auf, da jeder damit rechnet, dass Papa Emeritus III und seine neu zusammengestellte Nameless-Ghoul-Truppe in Inbegriff ist, die Show zu beginnen.
Doch Pustekuchen. Ganze 15 Minuten wird die Halle mit einem Endloss-Intro aus der Konserve beschallt, ohne das sich auf der Bühne etwas abspielt. Nachdem das Publikum in den ersten 5 Minuten noch andächtig dem Intro gelauscht und den Räucherstäbchen beim Verglühen zugeschaut hat, steigert sich der Unmut nun von Minute zu Minute und gipfelt in einem immer lauter werdenden Pfeiffkonzert. Kurz bevor das Publikum richtig ungemütlich wird, erbarmen sich GHOST endlich und eröffnen mit "Square Hammer" den Maskenball.
Es genügen wenige Momente vom Opener und das Publikum steht wieder geschlossen hinter GHOST. Vergessen sind das nervtötende Vorprogramm und die überlange Intro-Warteschleife.
GHOST (© by metal-is-forever)

Bei glockenklarem Sound liefern GHOST in den folgenden 75 Minuten genau das ab, wonach der Fangemeinde der Sinn steht und weshalb selbige der Truppe seit Jahren die Stange halten - eine perfekt durchorganisierte Bühnenshow, bei der die Menschen im Auditorium nicht nur einmal mit eingebunden werden, und natürlich der nicht zu verachtenden musikalischen Kost.
Mit einer bunt durchgemischten Setlist decken GHOST heute Abend alle Schaffensphasen ihrer nunmehr schon acht Jahre andauernden Erfolgsgeschichte ab und erfreuen dabei nicht nur den Verfasser dieser Zeilen, mit der für die Band typischen stilistischen Bandbreite.
Papa Emeritus III lebt dabei sein Multitasking-Talent aus und kann neben seiner Haupttätigkeit als Sänger, auch als Moderator, Quizmaster, Vortänzer und Geschichtenerzähler überzeugen.   
      

Aber auch die Nameless-Ghouls werden showtechnsich miteingebunden und dürfen das ein odere andere mal alleine im Scheinwerferlicht zeigen, was sie können.
So vergeht die Zeit wie im Flug und ehe man (oder Frau) sich's versieht, ertönt auch schon der letzte Song des Abends: "Monstrance Clock".
GHOST (© by metal-is-forever)
Nach dem letzten Akkord des Abends beschenken sich Publikum und Band dann noch gegenseitig - Papa Emeritus III und seine Mitstreiter verteilen Plektren in rauen Mengen und das Publikum spendet großzügig langanhaltenden Applaus.
Am Ende bleibt einzig und allein der Auftritt von GHOST in Erinnerung. Über alles was davor im Zenith zu sehen und zu hören war, möge sich bitte schnell der Mantel des Vergessens legen. (JK)

Donnerstag, 11. Mai 2017

Vorankündigung NIGHT DEMON + REVEREND HOUND - 16.5.2017 München/Backstage

http://backstage.info/

Vorankündigung: THULCANDRA + NAILED TO OBSCURITY - 15.5.2017 Backstage/München

http://backstage.info/

REALMS OF ODORIC / "Second Age" / MDD Records / 18 Tracks / 43:49 Min

Der Sieg ist oftmals nicht mehr deine Sache. Den feiern andere, die nicht in der Schlacht gestanden haben. Sie werden mit Ehren und Kränzen bedeckt, über deine und noch viele andere Leichen hinweg ( Carmen Sylva).

Odoric ist wieder da. Die Geschichte des Schattenkriegers geht in die zweite Runde und dürfte, wie schon der erste Teil der Saga, für Fantasy- und Symphonic-Metal Fans gleichermaßen von Interesse sein.

Was passiert mit Odorics Sohn? Welche Rolle spielt der Kaiser dabei? Kann die Schatteninsel zurück erobert werden?

Erzählt wird die Geschichte auf zwei Ebenen. Neben dem Hauptbestandteil, der Musik, die gänzlich ohne Gesang auskommt, dafür aber mit einem kompletten Orchester aufwarten kann, gibt es ein 80-seitiges DIN-A4 Buch, mit Illustrationen an die Hand, welches die Handlung wiedergibt.
So kann man sich komplett fallen lassen, das Geschehen vor seinem geistigem Auge vorbeiziehen lassen und sich in die phantasievolle Geschichte hineinversetzen.

Verantwortlich für dieses beeindruckende Werk ist Komponist und Musiker Arkadius Antonik (SUIDAKRA) und sein genialer Grafik-Partner Kris Verwimp, dessen Arbeiten u.a. die Cover von MARDUK, MANEGARM, TYRFING und SUIDAKRA zieren.

Musikalisch ist das Ganze irgendwo zwischen dem Herr der Ringe Soundtrack, HAGGARDs "Tales of Ithiria" (ohne Gesang und der metallischen Komponente) und medievaler Mystik anzusiedeln.

Zugegeben, REALMS OF ODORIC dürfte nicht jedermanns Geschmack sein, aber das muss es auch gar nicht.
Kunst liegt nunmal im Augen des Betrachters. Und nicht jeder mag sich damit auseinandersetzen.
Doch spätestens wenn die Geschichte von Netflix, Maxdome, Amazon oder einem mutigen Filmemacher in ein paar Jahren verfilmt wird (?), dürften all jene, die jetzt noch müde lächeln, sich in den Allerwertesten beißen, weil sie Schönheit und Potenzial von REALMS OF ODORIC nicht früher erkannt haben. (JK)

8 von 10

https://de-de.facebook.com/RealmsOfOdoric/
http://mdd-records.de/



Samstag, 6. Mai 2017

Konzertbericht vom DARK EASTER METAL MEETING - 15. / 16. April 2017 - München / Backstage

Alle Jahre wieder kommt der schwarzmetallische Osterhase nach München, um dem Nazarener das Fell über die Ohren zu ziehen - DARK EASTER METAL MEETING


Wir befinden uns im April des Jahres 2017 n.Chr. Ganz Deutschland feiert Ostern auf die traditionelle Art und Weise ... ganz Deutschland? Nein!
Ein von unbeugsamen Metalheads besuchter Club im Münchner Westen hört nicht auf den österlichen Bräuchen Widerstand zu leisten und pilgert auch in diesem Jahr, zur sechsten Auflage des Black- und Death-Metal Festivals, hin zu den heiligen Hallen des Backstage-Clubs.

Und während anderswo in der Stadt sich die gestressten Bewohner noch dem Konsumterror hingeben und dabei dem schnöden Mammon huldigen, schiebt sich an diesem Samstag zu früher Stunde (16 Uhr), eine total entspannte Schar mehr oder minder auffällig gekleideter Gestalten vor die Location, um die Feiertage ihrem Naturell entsprechend zu feiern.

Zum ersten Mal in der Geschichte des DARK EASTER METAL MEETINGs findet das Festival an zwei Tagen (15./16. April) statt. Was zum einen mehr Bands für den Konsumenten bedeutet, zum anderen aber auch mehr Arbeit für Veranstalter und Organisatoren.
Ob sich die Erweiterung des Festivals letztendlich für alle Seiten gelohnt hat, dazu später mehr.


TAG 1 - Samstag

AVSLUT (© by metal-is-forever)
AVSLUT

Festivalauftakt um 16.30 Uhr im Club des Backstage zu München. Die Schweden von AVSLUT schaffen es auf Anhieb, das sonst eher skeptische Münchner Publikum in seinen Bann zu ziehen. Die Bühne getaucht in düsteres, überwiegend rotes Licht, schmettern AVSLUT einen Song nach dem anderen runter, mächtig und zerstörerisch.      
In ihren für Black Metal nicht ganz typischen, eher an ein Endzeitszenario erinnernden Bühnenoutfits, fordern die vier Jungs schon zu früher Stunde, fleißig zum Abfeiern und Trinken auf. Das Publikum lässt sich nur allzugerne darauf ein und macht so aus dem ersten Auftritt des diesjährigen DARK EASTER Festivals, gleich einen besonderen. (SM)

IMPERIUM DEKADENZ

Ein gerne, wenn auch selten gesehener Gast in München sind IMPERIUM DEKADENZ. Das liegt aber nicht nur daran, dass sich die Truppe für ihre Live-Auftritte bayerische Unterstützung, genauer gesagt von VARGSHEIM aus Würzburg holt, sondern hauptsächlich daran, dass sich IMPERIUM DEKADENZ im Lauf der letzten Jahre prächtig entwickelt haben.
IMPERIUM DEKADENZ (© by metal-is-forever)
So steht dem Siegeszug der Schwarzwälder auch heute nur sehr wenig im Weg. Allein der überraschend früh angesetzte Slot (Opener in der Halle) im heutigen Billing sorgt für etwas Verwunderung, kann aber auch nichts daran ändern, dass IMPERIUM DEKADENZ während ihrer 50-minütigen Show fett abräumen.
Bei Songs wie dem eröffnenden "Striga" oder "Pure Nocturnal Rome" und "A Million Moons" spielen IMPERIUM DEKADENZ ihre ganze Klasse aus und decken damit von episch bis düster mehrere Facetten des schwarzen Spektrums ab.
So gestallten sich die 50 Minuten zu einer sehr kurzweiligen Geschichte, an deren Ende es verdientermaßen lautstarken Applaus für Horanz, Vespasian & Co gibt. (JK)


GILGAMESH

Ohne lange Wartezeiten geht es nun wieder im Club weiter, mit GILGAMESH. Der zeitliche Ablauf des Festivals ist perfekt organisiert, sodass es zwischen zwei Shows kaum Wartezeiten gibt. So bleibt gerade soviel Zeit, um sich kurz von den Abbauprodukten des Gerstensafts zu befreien und sich im Anschluß daran durch die Massen wieder Richtung Bühne vorzuarbeiten.                                            

GILGAMESH (© by metal-is-forever)
Kaum dort angekommen holen GILGAMESH auch schon zum morbiden Rundumschlag aus, der nicht nur einmal an KEEP OF KALESSIN erinnert. Genauso wie ihre norwegischen Kollegen, haben GILGAMESH ein Händchen für feine Melodien, die im Blackened Death Metal Gerüst der Truppe, für den besonderen Kick sorgen.
Die Show der Münchner ist mit besten Soundverhältnissen gesegnet, was den hohen technischen Fähigkeiten der fünf Nachwuchsmsiker sehr entgegenkommt und den atmosphärisch angehauchten Songs sehr gut zu Gesicht steht.
Im Handumdrehen verwandelt sich der kleine Club in einen Hexenkessel und die 40-minütige Show entwickelt sich zum ersten Highlight des noch jungen Festivals. (JK)

DESERTED FEAR

Konzertbeginn der eher ungewöhnlichen Art. Anders als üblich, begannen DESERTED FEAR ihren Auftritt in der Halle, mit einer kleinen Story über die Herfahrt, bei der die Thüringer von der Polizei aufgehalten wurden. Die amüsante Geschichte lockerte die Stimmung (Lacher inklusive) im Publikum prächtig auf und steigerte die Vorfreude auf den Auftritt noch mehr, als ohnehin schon.
Direkt danach begannen DESERTED FEAR mit mächtig Karacho und fast schon ohrenbetäubenem Sound, ihre Setlist runter zu spielen.
DESERTED FEAR (© by metal-is-forever)
Ein Rundumblick in der bis zum bersten gefüllten Halle, die zu einem Großteil nur aus wedelnden Haaren zu bestehen schien, verdeutlichte schnell, dass viele am heutigen Samstag hauptsächlich wegen den derben Death Metal Packungen den Weg ins Backstage gefunden haben.
Mitten im Gig wurde es plötzlich dunkel und ein atmosphärisches Zwischenintro steigerte die Spannung nochmals, die sich kurz darauf in einem wildem Moshpit entlud. Großes Kino, auch Dank Manuel Glatter, der aufspielte wie ein Großer. (SM)

OUTRE

Die Black Metal Truppe aus Polen betrat mit einem mehr oder weniger "verstörendem" Intro die kleine Bühne des Clubs, welches ansatzlos in den energiegeladenen ersten Song überging und die Anwesenden eigentlich dazu animieren sollte hier steil zu gehen.
OUTRE (© by metal-is-forever)

Doch leider ist der Sound (das große Thema beim Festival) unterirdisch, so dass man die Gitarren nur mit Mühe heraushören kann.
Dieser Soundbrei ist natürlich alles andere als hilfreich dabei, um OUTRE in bleibender Erinnerung zu behalten.
Trotz diesem Umstand, versuchen die Polen noch zu retten was noch zu retten ist, und können zumindest mit ihrer ausgekügelten Lichtshow punkten und auch Sänger Tymek kann dank seiner Performance Akzente setzen. (SM)

RAVENCULT

Ursprünglich waren für diesen Slot GEHENNA vorgesehen. Leider mussten die Norweger kurzfristig (aus persönlichen Gründen, was auch immer man sich darunter vorstellen darf) absagen. So kommen die griechischen Black-/Thrash-Metal Rabauken von RAVENCULT zu ihrer München-Premiere.
RAVENCULT (© by metal-is-forever)
Die gehen die Sache dann auch höchst motivert an und verwandeln die Halle mit ihrem Riffgewitter binnen kürzester Zeit in ein wildes Durcheinander. Ein Moshpit jagt den anderen, und fliegende Mähnen soweit das Auge reicht - RAVENCULT zerlegen nach allen Regeln der schwarzen (Thrash-)Kunst das Backstage.
Nur der Beleuchter fällt aus dem erstklassigen Rahmen. Der Herr hat offentsichtlich ein Faible für die Farben "Weiß" und "Rot". An die anderen Farben der Beleuchtungspalette traut er sich ansonsten kaum heran, was dazu führt, dass der Gig der Griechen, optisch weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt.
Nichtsdestotrotz gehen RAVENCULT am Ende ihres Auftritts, als einer der Gewinner des ersten Festivaltages, über die Ziellinie. (JK)

SARKOM

Als nächstes dürfen SARKOM zeigen, dass Norwegen bis heute zurecht als das Mutterland des Black Metal geführt wird.                     
SARKOM (© by metal-is-forever)
Neben Corpsepaints, Nieten- und Nageloutfit und einer an Arroganz kaum zu überbietenden Bühnenshow lassen SARKOM vor allem musikalische Tatsachen sprechen. So finden neben der typischen Schwarzwurzelkost immer wieder Rock-Fragmente den Weg in die hasserfüllten Vollgas-Tracks.
Auffälig dabei vorallem der Mann hinter den Kesseln, der sein Arbeitsgerät nach allen Regeln der Kunst verdrischt und eine Blastbeatsalve nach der anderen abfeuert.
Dennoch springt der Funke nicht vollends auf das Publikum über, dass zuvor den ähnlich veranlagten AVSLUT deutlich mehr Anerkennung und Zuspruch geschenkt hatte.
So bleibt am Ende ein interessanter Auftritt der Norweger in Erinnerung, dem aber der letzte Kick gefehlt hat, um als Highlight gewertet zu werden. (JK)

MEMORIAM

Danach wurde es kultig. Die Band, die sich aus Musikern der legendären BOLT THROWER und der momentan inaktiven BENEDICTION zusammensetzt, sollte der krönende Abschluß des ersten Festivaltages sein. Eigentlich. Doch als gänzlich gelungen dürfte der Auftritt der Briten nicht in Erinnerung bleiben.
MEMORIAM (© by metal-is-forever)
Dazu war der Sound (mal wieder) einfach zu unterirdisch, ja teilweise sogar grauenhaft, und auch die Performance der Band wirkte irgendwie aufgesetzt und insgesamt eher belanglos.
Der Stimmung der Fans tat dies jedoch kaum einen Abbruch und so wurden MEMORIAM trotz aller Unzulänglichkeiten heftig abgefeiert. Es wurden fleißig die Haare geschüttelt und ein Crowdsurfer nach dem anderen nach vorne getragen. Selbstredend, dass auch (vor allem?) die BOLT THROWER Cover abgefeiert wurden.
Am Ende bleibt, zumindest beim kritischen Publikum, ein durchwachsener Auftritt in Erinnerung, der weder Fisch noch Fleisch war, und nicht wirklich hilfreich gewesen ist, um einordnen zu können, wohin die Reise von MEMORIAM gehen wird. (JK + SM)


TAG 2 - Sonntag

Von Ermüdungserscheinungen keine Spur. Mindestens genauso motiviert und feierwütig, wie am Tag zuvor, präsentieren sich die Besucher des zweiten Tages auf dem DARK EASTER METAL MEETINGs und geben dem Festival einen Rahmen, der metallischer nicht sein könnte und ignorieren dabei die österliche Botschaft des Papstes ("Urbi et orbi") komplett.
Während auf dem Petersplatz also noch der chrsitlichen Litanei gelauscht wird, strömen zum ersten Auftritt des Tages bereits wieder die schwarzgekleideten Massen und lassen dabei den kleinen Club ziemlich schnell an die Kapazitätsgrenze kommen. (JK)

VALBORG

Los geht's mit VALBORG. Die Band überrascht dann auch gleich vom Start weg mit dezent ruhigem Tempo und deutschen Texten.
Die Mischung aus Progressive Doom und Death Metal, getragen von der eindringlichen Stimme des Sängers, zaubert in sekundenschnelle eine feine Atmosphäre in den Club, die mal depressiv, mal aggressiv aus den Boxen schallt und das Publikum perfekt auf die Dinge, die da kommen vorbereitet. (SM)

DECEMBRE NOIR

Obwohl DECEMBRE NOIR  alles andere als den idealen Slot für ihren doomlastigen Death Metal erwischt haben, können sich die Erfurter nicht über mangelndes Interesse beklagen.
Wie schon am Tag zuvor entwickelt sich das DARK EASTER METAL MEETING auch heute, bereits zu früher Stunde (15 Uhr), zum Publikumsmagneten.
Während anderswo noch genüsslich der Eierlikör aus Konfekteiern gelutscht wird und Schoko-Osterhasen geschlachtet werden, ist hier Backstage schon wieder die Hölle los.
Leider ist der Sound zu Beginn etwas schwammig, sodass es einige Minuten dauert, bis DECEMBRE NOIR kraftvoll aus den Boxen zu vernehmen sind und die Kompositionen den würdigen Rahmen bekommen.
Das Hauptaugenmerk bei der heutigen Show legen DECEMBRE NOIR klar auf das aktuelle Album, welches allenthalben positiv aufgenommen wurde.
Auch wenn bei der Liveumsetzung der Songs ein paar kleinere Wackler auszumachen sind, kann am Ende von einem insgesamt erfolgreichen Auftritt von DECEMBRE NOIR gesprochen werden, bei dem die Band sicherlich den ein oder anderen neuen Hörer hinzugewonnen hat. (JK)

MOURNING BELOVETH

Musikalisch sind MOURNING BELOVETH zwar die selbe Baustelle wie die zuvor gehörten DECEMBRE NOIR, doch erfolgstechnisch gesehen spielen die Iren in einer komplett anderen Liga.
MOURNING BELOVETH (© by metal-is-forever)
Auf sechs Longplayer und diverse Split können die Mannen um Darren Moore bereits zurückblicken.
Und so kommt es nicht von ungefähr, dass MOURNING BELOVETH in der größten Halle, dem Werk, spielen und dort ihre tonnenschweren Riffs der österlichen Metal-Gemeinde präsentieren dürfen.
Die Mischung aus Death/Doom, die sich zwischen elegisch erhaben und kraftvoll einpendelt, kommt bestens an und vereinzelt kreisen auch schon wieder die Matten.
Neben den tiefen Growls von Darren Moore, die markerschütternder kaum sein könnten, sorgen der Klargesang von Frank Brennan und die melodischen Leads für den nötigen Tiefgang.
Eine Mischung die sehr gut ankommt und gleich als erstes Highlight des noch jungen Tages lautstark abgefeiert wird. (JK)


HAILSTONE

Als nächster Programmpunkt stehen die sympathischen Death Metaller von HAILSTONE in den Startlöchern.
Vom ersten Ton dreht die Fanbase der Münchner Lokalmadatoren durch und wirbelt wild ihre Locken- und Haarpracht zu den klassischen Kompositionen, sodass bis in die hintere Ecke des Clubs jederzeit der Enthusiasmus aller Anwesenden zu spüren ist.
Auf der Bühne spielt sich, bewegungstechnisch und optisch gesehen, allerdings nicht sonderlich viel ab. Weder auffallende Lichteffekte, noch großartige Bühnendeko bieten dem Auge was an. Für letzteres wäre auf der kleinen Bühne aber auch kaum Platz gewesen.
Einzig und allein Sänger Daniel Zhu gibt konstant Gas, heizt damit die Stimmung noch mehr an, was dazu führt, dass am Ende nicht nur die Jungs von HAILSTONE ein tropfnasses Shirt am Oberkörper kleben haben. (JK + SM)

FÄULNIS

Mit FÄULNIS steht nun der ungewöhnlichste, aber auch spannendste Act des Festivals auf dem Programm.    
FÄULNIS (© by metal-is-forever)
Im Laufe der letzten Jahre haben sich die Hamburger Black Metal Punkrocker eine mehr als beachtliche Fanbase erspielt, die quer durch alle Altersgruppen geht. Und so kommt es wie es kommen muss. Die Security kann den Ansturm der Massen nicht unter Kontrolle bringen, sodass das Festival zu seiner diesjährigen Premiere kommt - Einlass-Stopp. Es sollte nicht der letzte des Festivals sein!
Wer es in die Halle geschafft hat, darf einem Auftritt beiwohnen, der an Dynamik, Spielfreude und Präsentation nur schwer zu toppen sein dürfte.
Angefangen vom Backdrop, mit der in großen Lettern geschriebenen Botschaft: "Fuck Off", über das Outfit (Feinripp-Unterhemd, Jeans mit Hosenträgern und bordeauxrote Slipper mit Absatz) von Fronter Seuche, bis hin zu den düsteren Texten und einer perfekt aufeinander abgestimmten Truppe - selten war der Ausdruck "Wahnsinn" treffender als hier. So gehen die 40 Minuten, inkl. einem Gastauftritt von Marrok (HARAKIRI FOR THE SKY) wie im Flug vorbei und nähren das Verlangen nach einer FÄULNIS Headliner-Tour. (JK)

AHAB

Anders als eben noch bei MOURNING BELOVETH, die eine hinreißende Show abgeliefert haben, passt bei AHAB heute nahezu nichts zusammen. 
AHAB (© by metal-is-forever)
Die vier Mitglieder von AHAB versuchen zwar von Anfang an das große Werk mit ihrem Funeral Doom einzunehmen, doch das Unterfangen scheitert an unterschiedlichsten Punkten.
So wurden zum einen durch die Kälte draußen, viele "desinteressierte" Besucher dazu verleitet, ihre Gespräche drinnen fortzusetzen. Störende Nebengeräusche und ständiges Getuschel machten im Handumdrehen, vor allem die ruhigeren Passagen, die für die Atmosphäre der Band so wichtig sind, zu einem einzigen Desaster. Auch der Sound (ja, leider auch hier schon wieder) ließ zu Wünschen übrig und last but not least hatte die Band heute selbst einen sehr gebrauchten Tag erwischt.
Und wäre das alles noch nicht genug, muss leider auch vermeldet werden, dass selbst bei der Gesangsleistung von Daniel Droste der Schlendrian Einzug gehalten hatte. (JK + SM)

ASPHAGOR

Krasses Kontrastprogramm zum zuvor gehörten langsam walzenden Doom, gibt es im Club von ASPHAGOR auf die Lauscher. Ob es allerdings Sinn macht einen Jubiläums-Gig (10 Jahre ASPHGAOR) anzukündigen, wenn man es dieser Zeit gerademal auf zwei Longplayer gebracht hat, ist zumindest diskusionswürdig. Glücklicherweise haben ASPHAGOR aber den ein oder anderen neuen Song im Angebot, sodass letztendlich doch für Abwechslung gesorgt ist.
Wie dem auch sei, über mangelndes Interesse können sich die Österreicher jedenfalls nicht beklagen. Wie bei den meisten Shows des Festivals stapeln sich auch hier mal wieder die Leute, sodass einem nichts anderes übrig bleibt, als auf dem Platz, den man ergattert hat, regungslos vor sich hin zu vegetieren. Nicht gerade optimal, die meisten scheinen sich aber nicht daran zu stören.
Auch der kurzeitige Ausfall des Mikros tut der Stimmung im heimeligen Club keinen Abruch. Uns so trümmern sich ASPHAGOR durch ihren Show und lassen dabei nicht nur die Tierschädel auf der erbeben. (JK)

HARAKIRI FOR THE SKY

Einlass-Stopp. Wie schon einige Male zuvor, lautet auch beim Auftritt von HARAKIR FOR THE SKY  die Devise: Wer zu spät kommt, den bestraft die Security.
Wer es in die Halle geschafft hat, steht dicht an dicht gepresst und hat nahezu keine Möglichkeit sich zu bewegen, kann sich dafür aber am Post Black Metal der Österreicher erlaben.
Wer bereits mal einen Gig von HARAKIRI FOR THE SKY bestaunen durfte, der weiß, dass die beiden Protagonisten ein Gespür für Melodie und Atmosphäre haben, was sie auch gekonnt live transportieren können.
Da macht der heutige Auftritt auch keine Ausnahme. In den 50 Minuten ihres Bühnendaseins lassen HARAKIRI FOR THE SKY ein bunt durchgemischtes Set vom Stapel, legen dabei aber eindeutig den Fokus auf den aktuellen Longplayer.
Stimmungstechnisch gesehen ist der Auftritt der beiden Österreicher einer der besten die das diesjährige DEMM bisher gesehen hat. Langanhaltender Applaus am Ende der Show unterstreicht diese Aussage. (JK)

ASPHYX

Der nächste Act ist das erste richtige Großkaliber des Festivals - ASPHYX.  Die Truppe aus Holland ist für ihre schweißtreibenden Shows bekannt und hat im Laufe ihrer Karriere schon mehr als nur ein paar Tulpenzwiebeln plattgewalzt.
ASPHYX (© by metal-is-forever)
Da sollte der heutige Abend auch keine Ausnahme machen.
Vom Start weg greift bei ASPHYX ein Rädchen ins andere, sodass es eine wahre Freude ist, dem Death Metal Schwergewicht heute bei der "Arbeit" zuschauen zu dürfen. Druckvoll und hochmotiviert jagen die Mannen um Sympathikus Martin van Drunen bei ihrem allerersten (man mag es kaum glauben) Auftritt in München insgesamt 10 Songs durch die Boxen und bringen dabei das Blut des Publikums konstant zum kochen.
Da ist es dann auch egal, ob die Jungs aus Oldenzaal Klassiker wie "The Rack", "Wasteland of Terror" und "Last One on Earth" spielen, oder auf Songs neueren Datums, wie beispielsweise "Deathhammer" und "Division Brandenburg" zurückgreifen. ASPHYX legen einen Start-Ziel-Sieg hin, wie er im Lehrbuch steht. München dankt es mit Moshpits, die den Namen verdient haben und orkanartigem Applaus am Ende der Show. (JK)

ELLENDE

Als dritte österreichische Band des Abends gehen ELLENDE ins Rennen. Dem Genre "Atmospheric-Black-Metal" machen die 5 Jungs aus Graz, bei ihrem ersten Besuch in München, alle
   
ELLENDE (© by metal-is-forever)
Ehre und bringen binnen Minuten, den ohnehin schon bis zum Anschlag gefüllten Club mit ihrer Show vollends zum Bersten.
Ohne viel ablenkendes Beiwerk auf der Bühne, nehmen ELLENDE, allen voran Mastermind Lukas, den Zuschauer an die Hand und führen selbige in den folgenden 40 Minuten in beklemmnde (Musik-)Welten. Die Mischung aus ruhigen Passagen, harschen Riffs und den verstörend wirkenden Schreien von Lukas, machen aus der knappen Dreiviertelstunde eine sehr schön inszenierte Reise in die Abgründe menschlicher Machart. Nur der Sound (das leidige Thema) kann da, leider, nicht ganz Schritt halten. Dennoch ist der Auftritt von ELLENDE aller Ehren wert. (JK + SM)

PILLORIAN

Fast genau auf den Tag, vor einem Jahr, gab John Haughm bekannt, dass AGALLOCH in die ewigen Jagdgründe eingegangen wären und die Bandmitglieder von nun an getrennte Wege gehen würden. Während Don Anderson, Jason Walton und Aesop Dekker zusammen blieben und KHÔRADA gründeten, hob John Haughm, zusammen mit Stephen Parker und Trevor Matthews, PILLORIAN aus der Taufe.
PILLORIAN (© by metal-is-forever)
Der heutige Auftritt im Rahmen des DEMM ist einer der ersten auf europäischem Boden, entsprechend groß ist der Andrang. Zu groß für die mittlere, der insgesamt 3 Hallen.
Schon wenige Momente, nachdem PILLORIAN mit "By the Light of a Black Sun" in ihren Gig eingestiegen sind, versucht die Security Herr der Lage zu werden und verhängt als logische Konsequenz einen Einlassstopp. Wer es in die Halle geschafft hat darf John Haughm & Co 50 Minuten lang lauschen und bekommt bis auf "Sentient Arcanum" das komplette Debütalbum ("Obsidian Arc") von PILLORIAN kredenzt. Leider lässt der Sound teilweise zu wünschen übrig, sodass die wenigen, und eher im Hintergrund gehaltenen AGALLOCH Referenzen im überwiegend harsch gehaltenem Soundkonstrukt von PILLORIAN etwas untergehen und sich keine richtige Atmosphäre aufbauen will.
Letztendlich dürfte der Antrittsbesuch von PILLORIAN in München deshalb als mittelmäßig in die Analen eingehen und dem Hype, um John Haughm's neuem Betätigungsfeld erstmal etwas Wind aus den Segeln nehmen. (JK)

MARDUK

Eines der ganz großen Highlights des DARK EASTER METAL MEETINGs dürften wohl MARDUK sein. Den Schweden eilt nicht umsonst der Ruf voraus, eine der heftigsten
MARDUK (© by metal-is-forever)
Live-Abrissbirnen des Genres zu sein. Jeder, der sich im Black Metal Genre ein wenig auskennt, wurde bestimmt schon mindestens einmal mit den Schweden und ihrer Panzerdivision konfrontiert.
Der heutige Auftritt stand ganz im Zeichen des "Heaven Shall Burn" Albums, welches inzwischen auch schon auf stolze 20 Jahre seiner Existenz zurückblicken kann.
Aber auch ohne die angekündigte Anniversary Show, in welcher das komplette Album wiedergegeben wurde, zieht der Name MARDUK immer noch enorm. Ein proppenvolles Werk legt davon eindrucksvoll Zeugnis ab. Gefühlt waren sogar sämtliche Besucher des Festivals vor Ort, um sich von MARDUK das Trommelfell abschießen zu lassen.
Knapp vierzig Minuten nehmen sich die Schweden dafür Zeit, um zum einen das komplette Album zum besten zu geben, und zum anderen das Werk in ein Tollhaus zu verwandeln.
Als alle mehr oder weniger schon nach Luft japsend am Boden liegen, legt die Panzertruppe nochmals mit scharfen Geschützen nach, von denen in der Folge "Frontschwein" und "Panzerdivision Marduk" die nackenbrechendste Wirkung haben. (JK + SM)

CARONTE

Danach ist es mal wieder Zeit für ein bisschen Doom. Ob es allerdings sinnvoll ist, kurz vor Ende eines 2-Tages Festivals, zu vorgerückter Stunde, dem erschöpften Konsumenten, langsame und monotone Kost zu servieren, mag jeder für sich bewerten. 
CARONTE (© by metal-is-forever)
Der Club ist zwar realtiv gut besucht, doch so richtig Stimmung mag nicht aufkommen. Nur ein paar Unermüdliche in den ersten beiden Reihen lassen die Matten fliegen und haben sichtlich Spaß am psychadelisch angehauchtem Stoner-/Doom-Rock der Italiener.
40 Minuten lang huldigen CARONTE der Shamanic Church, jagen dabei 6 Songs durch den Äther und können sich als eine der wenigen Bands des Festivals daran erfreuen, beste Sound und Lichtverhältnisse bereitgestellt bekommen zu haben (JK)

MAYHEM

Wie oft wurde schon der Abgesang auf MAYHEM angestimmt, weil man der Truppe um Necrobutcher und Hellhammer keine diabolischen Schandtaten mehr zutraute? Doch todgesagte leben länger. Nach mehreren Besetzungswechseln und der ein oder anderen diskussionswürdigen Veröffentlichung, sind MAYHEM spätestens seit "Esoteric Warfare" wieder zurück in der schwarzen Spur.
MAYHEM (© by metal-is-forever)
Live-Auftritte der Norweger kommen jedoch immer noch einem Überraschungsei (passt ja prima zu Ostern) gleich. Man weiß vorher nie, was einen erwartet. Von "Kindergeburtstag" bis "Open Hell" ist alles möglich.
Der heutige Auftritt dürfte sich da irgendwo in der Mitte platzieren. Angekündigt war eine 75- minütige Headliner-Show, mit dem Hauptaugenmerk auf das Überalbum "De Mysteriis Dom Sathanas", welches in voller Länge gespielt werden sollte. Zumindest letzte Ankündigung traf zu.
Kurz vor 23 Uhr erlischt das Hallenlicht. Es ist stockdunkel im Werk, sodass man kaum wahrnehmen kann, dass sich ein paar in Kutten gehüllte Gestalten auf die Bühne schleichen. Dichter Bodennebel wabert zudem über den Hallenboden und türmt sich innerhalb kürzester Zeit zu einer undurchdringbaren Wand auf. In Satans Gedärmen dürfte es heller sein!     
MAYHEM (© by metal-is-forever)
Die Licht- und Sichtverhältnisse bessern sich auch nicht, als die ersten Töne von "Funeral Fog" angestimmt werden. What the Fuck? Der (Kunst-)Nebel mag ja thematisch wunderbar zum Albumkontext passen, aber ein klein wenig Licht wäre doch nicht zuviel verlangt, oder? Scheinbar doch, denn bis zum Ende der Show ändert sich, bis auf ein gelegentlich scheues Aufflackern der Scheinwerfer, nicht wirklich viel. Wer auf eine Show für Augen und Ohren gehofft hatte, erhielt nun schonmal den ersten Dämpfer.
Zumindest aber der Sound, der sich zu Beginn noch suboptimal präsentierte, bessert sich im Verlauf der Show, sodass der akustische Teil, auch Dank der absolut überzeugenden Live-Performance an Instrumenten und Mikro, begeistern kann.
So kann am Ende, ohne dabei unter dem Corpsepaint rot zu werden, behauptet werden, dass MAYHEM heute, musikalsich gesehen (auch wenn man eigentlich nichts gesehen hat), nicht nur ein gutes, sondern ein sehr gutes Set abgeliefert haben.
Hier hätte die Berichterstattung eigentlich enden können, doch wir sprechen ja bekanntlich über MAYHEM. Nachdem "De Mysteriis Dom Sathanas" in leicht gestreckter Version in seiner gesamten Schönheit zu Live-Ehren kam, blieben nach dem letzten Ton vom angekündigten 75-minuten Gig noch roundabout 15 Minuten übrig. Also noch genügend Zeit, um den ein oder anderen Bonussong der schwarzen Gemeinde präsentieren zu können. Doch Pustekuchen. MAYHEM nehmen eine akademische Viertelstunde in Anspruch und ziehen, so wie sie gekommen sind, von dannen - auf leisen Sohlen durch den Nebel. (JK)

BATUSHKA

Zum Abschluß des Festivals haben sich die Organisatoren noch ein ganz besonderes Schmankerl aufgehoben - BATUSHKA.
BATUSHKA (© by metal-is-forever)
Die Polen sind, seitdem sie vor Jahresfrist wie aus dem Nichts erschienen sind, in aller Munde und ziehen die Black Metaller allenthalben in Scharen vor die Konzertbühnen. Was dabei sofort ins Auge sticht ist die Tatsache, dass BATUSHKA sehr viel junge Fans haben. Auch heute belagern schon eine halbe Stunde vor dem angesetzten Beginn der Show um die 50 mehr oder weniger sehr jugendlich erscheinende Zuschauer die Halle, um sich die besten Plätze zu reservieren. Eine weise Entscheidung, wie sich schon bald zeigen sollte.
Denn wenige Minuten nachdem MAYHEM im Werk ihren Gig überpünktlich beendet hatten, setzt die Völkerwanderung Richtung Halle ein, sodass innerhalb weniger Augenblicke, der Security mal wieder nichts anderes übrig bleibt, als den nächsten Einlass-Stopp zu verhängen. Sehr zum Ärgernis mancher Fans, die teilweise eine weite Anreise auf sich genommen haben, um speziell dem Gig der Polen beiwohnen zu können.
Wer es in die Halle geschafft hat, dem bieten BATUSHKA in den folgenden 50 Minuten eine sowohl optisch als auch akustisch erstklassige Darbietung, die nicht nur einmal an eine schwarze Messe, gepaart mit orthodoxer Kirchenromantik, erinnert.
                                                         
BATUSHKA (© by metal-is-forever)
Angefangen vom in sich stimmigen Bühnenaufbau, der an das Innenleben einer osteuropäischen Kirche angelehnt ist: Altar, Ikonenbild, Teppiche, unzählige Kerzenständer und selbstverständlich darf auch ein Weihrauchschwenker nicht fehlen.
In letzterem wurden gefühlt mindestens 666 Familienpackungen Weihrauch verglüht, womit BATUSHKA höchstwahrscheinlich (noch vor URFAUST und GHOST) die größten Weihrauchfetischisten des Universums sein dürften,
über das Erscheinungsbild der Musiker auf der Bühne, die allesamt barfuß erschienen sind, ihr Anlitz verhüllt hatten und in schwarze Mönchs-Kutten (mit magischen Symbolen darauf) gekleidet waren, 
bis hin zur perfekten Liveumsetzung ihres Debütalbums ("Litourgiya"), welches bei glockenklarem Sound (inklusive einem Mini-Chor am linken Bühnenrand) und einer feinen Lightshow präsentiert wurde. Beeindruckend!
Pünktlich um 1.00 Uhr ist die Messe dann sprichwörtlich gelesen und nachdem BATUSHKA lautstark verabschiedet wurden findet das DARK EASTER METAL MEETING 2017 sein Ende. (JK)

Fazit: Zum ersten Mal in seiner Geschichte präsentierte sich das DARK EASTER METAL MEETING als Zweitages-Event.
Wie in den zurückliegenden Jahren, darf man den Organisatoren auch heuer ein großes Kopliment für die Bandauswahl ausprechen. Vom regionalen Act, über einige schwer angesagte Newcomer, bis hin zu den absoluten Szenegrößen - das DEMM hat sie alle!
Still und heimlich hat sich das erste ernstzunehmende (Hallen-)Festival des Jahres auf deutschem Boden, so zu einem Mega-Event entwickelt, welches inzwischen auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist und sich zudem zum absolutem Pflichttermin für Anhänger heftiger Kost gemausert hat.

Dass sich das Festival aber immer noch im Lernprozess befindet, konnte man auch in diesem Jahr wieder feststellen.

Nachdem man im letzten Jahr, ohne das leidige Thema "Einlass-Stopp" über die Runden gekommen ist, traf das Thema den Besucher in diesem Jahr leider wieder mit voller Härte. Vor allem die Halle, aber auch der Club waren teilweise schon wenige Minuten nach Konzertbeginn restlos überfüllt, was dazu führte, dass viele, die sich die dort spielenden Bands anschauen wollten, vor, von der Security, versperten Türen standen und wieder weggeschickt wurden.

Auch die Versorgung mit Essen war alles andere als zufriedenstellend. Bei einem Festival dieser Größenordung nur zwei Imbissbuden, zudem mit sehr begrenztem Angebot (man munkelt, dass der ein oder andere Vegetarier eingegangen wäre) anzubieten, ist schlichtweg zu wenig!

Lässt man diese Punkte jedoch außen vor, kann unterm Strich behauptet werden, dass das DARK EASTER METAL MEETING auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg gewesen ist und bereits schon jetzt die Vorfreude auf das nächste Jahr entflammt. (JK)

Bei der österlichen Heimsuchung der schwarzmetallischen Art, waren für euch Jürgen (JK) und Sandrina (SM) vor Ort.

Freitag, 28. April 2017

WRETCH / "The Hunt" / Pure Steel Records / 11 Tracks / 41:26 Min

Das Leben ist kurz, und seine Zeit verlieren, ist eine Sünde (Albert Camus).

Zeit ist relativ - Fakt ist aber, dass WRETCH aus den USA wohl eine der ungewöhnlichsten Bands des Planeten sind, zumindest wenn man von Zeitpunkt der Bandgründung und dem, der ersten Veröffentlichung ausgeht.
WRETCH wurden im Jahre 1984 gegründet, also in der Blütezeit des Heavy Metal. In den folgenden Jahren (1985 - 1989) brachten WRETCH immerhin 4 Demos auf den Markt, die sich mehr oder weniger, in der damals schwer angesagten Sparte des US-Power Metal, einen guten Ruf erarbeiten konnten. Zu Albumehren brachten es WRETCH aber seinerzeit nicht.
Ganze 22 Jahre später ist es dann aber doch noch soweit - 2006 erblickt "Reborn", der erste Longplayer der Truppe, das Licht der Welt.
Eine EP ("Rise to Power") und ein Album ("Warriors") später, steht nun mit "The Hunt" der nächste Streich in den Startlöchern.
Zuerst fällt auf, dass WRETCH auf dem neuen Album um einiges flotter untwerwegs sind, als noch zuvor. "The Final Stand" und "The Hunt" belegen dies eindrucksvoll.
Auch abwechslungstechnisch hat sich was bei den Amis getan.
Neben den beiden Instrumentaltracks ("Twilight's End", "Fortune's Fool") und der Ballade "She Waits", die das Album schön auflockern, sind WRETCH insgesamt mutiger geworden, was das Songwriting betrifft. So zieht man ein Thema nicht meht stoisch von Anfang bis Ende durch, sondern gönnt den Kompositionen etwas mehr Freiraum, was nicht nur reifer wirkt, sondern auch den Hörspaß steigert.
Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass WRETCH prominente Unterstützung verbuchen können. Dabei handelt sich es um niemand Geringeren als Tim Ripper Owens (ex-ICED EARTH, ex-JUDAS PRIEST), der bei "Straight to Hell" als Gastsänger seine Stimmbänder vibrieren lässt.
Es hätte also alles so schön sein können - doch leider gibt es einen Punkt der sauer aufstößt.
Der Knackpunkt ist, wie schon bei den beiden Vorgängeralben, der Sänger.
Auch wenn sich WRETCH mit Juan Ricardo, im Vergleich zu Ron Emig, wesentlich verstärkt haben, muss leider weiterhin angemerkt werden, dass Interpretation und Stimmfarbe immer noch nicht höheren Ansprüchen genügen.
Juan Ricardo gar mit Bruce Dickinson vergleichen zu wollen, wie vom Label geschehen, ist zwar nicht komplett abwegig, aber dennoch meilenweit zu hoch gegriffen.

So bleibt am Ende, ein über weite Strecken gutes Album, das für METAL CHURCH, STEEL PROPHET und HELSTAR Maniacs interessant sein dürfte, dem zum großen Wurf aber noch ein Sänger von internationalem Format und (mindestens) ein Knallersong fehlt. (AS)

6.5 von 10