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DON`T KILL YOUR LOVE...BUY LEGAL CDs AND SUPPORT THE BANDS LIVE!!! STAY HEAVY!

Donnerstag, 20. Juli 2017

NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++



Am 15.9. erscheint ENSIFERUMs siebtes Album ("Two Paths") via Metal Blade Records. Die erste Single könnt ihr euch vorab hier anhören: http://www.metalblade.com/ensiferum/ +++ LORD OF THE LOST haben ebenfalls neues Material am Start: "Swan Songs II" erscheint am 6.10. via Napalm Records +++ DRUDKH haben gemeinsam mit PAYSAGE D'HIVER eine Split-EP aufgenommen. Die Ukrainer werden mit zwei Titeln vertreten sein, das Schweizer Ein-Mann-Project mit einem. "Somewhere Sadness Wanders / Schee (IV)" erscheint am 25.8. über Season of Mist als 12'' +++
CRIPPER on Tour: 15.9. Hannover / Subkultur, 20.10. Greifswald / Jugendzentrum Klex, 21.10. Hannover / LUX, 22.10. Köln / MTC, 27.10. Markneukirchen / Music Hall, 28.10. Berlin / Cassiopeia, 9.12. Andernach / JUZ +++ AVARARIUM on Tour: 15.9. Langen / Stadthalle, 16.9. Essen / Turok, 17.9. Nürnberg / Hirsch, 18.9. Berlin / Black Room, 19.9. Hannover / Musikzentrum, 20.9. Erfurt / From Hell, 21.9. Siegburg / Kubana, 26.9. Suttgart / Universum, 28.9. München / Backstage, 29.9. Wien / Viper Room +++

Montag, 17. Juli 2017

Vorankündigung: FREE & EASY FESTIVAL - 20.7. - 5.8.2017 München/Backstage

http://www.backstage.info/

Vorankündigung: SACRED REICH + KRYPTOS - 9.8.2017 München/ Backstage

https://brightlightconcerts.com/  

PATRIA / "Magna Adversia" / Soulseller Records / 10 Tracks / 40:35 Min


Vereist und versteinert werden wir uns weiter durch die Nächte quälen mit unseren sinnlosen Träumen, wie schemenhafte paranoide Maulwürfe, die sich für nichts und wieder nichts die Pfoten blutig scharren und am Ende eins werden mit ihren Löchern. Und das ist auch alles, was von uns eines Tages übrig bleiben wird; sinnlose, blutende Löcher in der Nacht (Charles Bukowski).

Man möge es mir verzeihen, aber bisher ist Brasilien nicht sonderlich auf der Black Metal Landkarte in Erscheinung getreten, sodass PATRIA mir persönlich bis heute gänzlich unbekannt gewesen sind.
Doch bereits wenige Minuten von "Magna Adversia" genügen, um sich zu fragen: Warum eigentlich? Die Jungs haben es nicht nur faustdick hinter den Ohren, sondern hinterlassen bereits nach dem ersten Hördurchgang einen bleibenden Eindruck.
Doubelbass-Salven, aggressives Riffing und heiserer Keifgesang -  das ist lupeneiner Black Metal, wie man ihn von der Second Wave aus Norwegen kennt. 
Doch damit nicht genug. "Magna Adversia" ist fucking abwechslungsreich. Denn wie schon Paracelsus wusste, kommt es auf die Dosierung an.
So haben PATRIA nicht nur einen montonen Bleifuß, was das Tempo betrifft, sondern treten zwischendurch auch mal (dezent) auf die Bremse, um Atmosphäre aufzubauen und der (zumeist) im Hintergrund wirkenden Melodie etwas mehr Raum zum atmen zu geben.
Gerade diese Mischung aus ruhigeren Passagen und den aufwühlenden, harschen Beats macht "Magna Adversia" hörenswert und hebt das Album aus der aktuellen Veröffentlichungsflut heraus.

Wer sich jetzt dazu berufen fühlt, die Brasilianer anzutesten, sollte als Erstkontakt "Axis", "Now I Bleed" und "Heartless" in Erwägung ziehen, da PATRIA hier am eindrucksvollsten ihr schwarzes Gift injizieren. (JK)

7.5 von 10

Hier noch etwas Hintergrundinformation zum Album:

"Magna Adversia" ist der sechste Longplayer der Band, welcher von Øystein G. Brun (BORKNAGAR) co-produziert (inkl. Mix und Mastering) wurde. Als Gastmusiker konnte Asgeir Mickelson (IHSAHN, BORKNAGAR, SARKE) verpflichtet werden und bei der Orchestration hatte Fabiano Penna (REBAELLIUN) seine Finger im Spiel.
Und last but not least, zeichnet sich Gitarrist Mantus für das Coverartwork verantwortlich, der unter seinem Grafiker-Pseudonym  Marcelo Vasco vielen von euch bekannt sein dürfte, hat er doch schon für namhafte Bands wie beispielsweise DARK FUNERAL, SLAYER, KREATOR gearbeitet.

https://www.facebook.com/patriaofficial

Freitag, 14. Juli 2017

Konzertbericht KYLE GASS BAND - 30.6.2017 München/Backstage

Zwei Blockflöten für ein Halleluja

Der Godfather of Rock 'n' Roll Comedy Kyle Gass hat sich mal wieder vom Reisefieber anstecken lassen und den Tourbus bestiegen. Wie üblich reist der Mann nur mit leichtem Gepäck - Flip-Flops, weiße Tennissocken, verwaschene T-Shirts, ausgeleierte Sport-Shorts und eine Akustik-Gitarre: mehr braucht es nicht, um der aalglatten Mainstreamwelt das Fürchten zu lehren.

Wer in seinem Leben schon ein Aufnahmestudio mit Szene-Gößen wie Ronnie James Dio, Meat Loaf und Dave Grohl geteilt hat, den bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Auch nicht die Wahrscheinlichkeit, dass weniger Tickets für einen Gig verkauft werden, wenn die Show komplett ohne Vorband(s) angekündigt wird.
KYLE GASS BAND (© by metal-is-forever)
Die KYLE GASS BAND leistet sich diesen Luxus trotzdem. Aber sind wir doch mal ehrlich, wer wäre denn überhaupt in der Lage, adäquat für jemanden eröffnen zu können, der mit seinem "Tribut"-Song (TENACIOUS D) sogar schon dem Teufel ein Schnippchen geschlagen hat?

Also ohne Vorprogramm. Und siehe da, selten so einen entspannten Pre-Konzertabend verbracht -  Einen Plausch hier, Shakehands dort, und zwischendrin die ein oder andere Hopfenkaltschale. 
Gegen 20.30 Uhr geht dann das Hallenlicht aus und unterbricht das gesellige Treiben erst einmal. Eigentlich schade, aber wir sind ja schließlich der Musik wegen hier, auch wenn ich gerne von der Dame hinter mir noch gewußt hätte, wie die Geschichte mit der Putzfrau, dem russischen Männerchor und dem Springseil ausgegangen ist.
Wie dem auch sein - KYLE GASS
 
Einer nach dem anderen, nehmen die 5 Masters of Beasts ihre Plätze auf der Bühne ein, grüßen einmal kurz ins Publikum, und schon kommt die Thundering Herd ins Rollen.
"Manchild" und "Gettin' the Band Back Together" wurden ausgesucht, um den heutigen Abend zu eröffnen.
Wird der erste Song noch ohne größere "Zwischenfälle" zum besten gegeben, bricht in der Folge der Kyle'sche Wahnsinn (hat übrigens nichts mit der Domstadt am Rhein zu tun) aus: Singen, tanzen, lachen - das kann nicht nur Babicka, wie Karel Gott meinte zu wissen, sondern mindestens genauso gut KYLE GASS.
                                                       
KYLE GASS BAND (© by metal-is-forever-alive)
Seine unwiderstehliche Mischung aus musizieren, Grimassen schneiden, "professionelem" Tanz (Riverdance kackt dagegen um Längen ab) und Interaktion mit dem Publikum sucht im Rocksektor momentan seinesgleichen, lässt man TENACIOUS D mal außen vor.
Und so jagt ein Highlight das andere: Jason Keene und seine Mundharmonika, Kyle's fliegender Kleidungswechsel, Mike Bray's Gitarrenspiel und Gesang, der steigende Alkoholpegel der gesamten Truppe (Whiskey, Bier und noch mehr Whiskey), zweistimmige Blockflötensoli, Kyle's Ausflug ins Publikum um Selfies zu machen, selbstkomponierte Songs (u.a. "Tremendous", "Road Chops", "Cakey"), sowie diverse Coverversionen (u.a. "Green Eyed Lady" / SUGARLOAF, "Vehicle" / THE IDES OF MARCH) ...

KYLE GASS (© by metal-is-forever-alive)

... nur die Gesangs- und Tanzeinlage des Drummers (Tim Spier) hätte nicht schon wieder sein müssen, wurde sie auf der letzten Tour doch schon in total identischer Ausführung gezeigt. Das BACKSTREET BOYS Gepiepse und Michael Jackson's Eiergriff sind in der x-ten Aufführung nämlich überhaupt nicht mehr lustig.
Ansonsten zeigt der Bewertungs-Daumen aber steil nach oben, was sich nach knapp zwei Stunden Spielzeit dann auch in langanhaltendem Applaus, seitens des Publikums, niederschlägt. (JK)

Dienstag, 11. Juli 2017

UNLEASH THE ARCHERS / "Apex" / Napalm Records / 10 Tracks / 60:37 Min

Man kann die Uhr nicht zurückdrehen, aber ganz neu aufziehen (Friedrich Hähnlein).

Die vergangenen 10 Jahre hatten es in sich für UNLEASH THE ARCHERS. Und das nicht nur, weil sich aus der, ehemals dem Melo Death Metal zugewanden Combo, peu a peu eine der spannendsten Power Metal Kapellen der westlichen Hemisphäre entwickelt hat. Sondern hauptsächlich, weil sich die Truppe um Stimmwunder Brittney Slayes von Album zu Album kontinuierlich gesteigert hat und sich dabei ohne großen Wirbel, vom kanadischen Undergrund Geheim-Tipp, zu einem internationalen Act gemausert hat, der immer mehr Beachtung findet.
Mit "Apex" liegt nun das vierte Studioalbum des Kanada Fünfers vor.
Wer bisher noch einen Bogen um UNLEASH THE ARCHERS wegen deren Affinität zum Death-Metal gemacht hatte, der hat allerspätestens jetzt, eigentlich aber schon seit "Time Stands Still", keine Ausreden mehr, sich ernsthaft mit der Truppe zu beschäftigen.
Was sich auf dem Vorgängeralbum von 2015 schon abgezeichnet hatte, nämlich, den Death Metal Faktor, auf ein, für ungeübte Ohren, "erträgliches" Maß zu reduzieren, wird auf "Apex" noch strikter weiterverfolgt.
Nur noch äußerst selten lassen UNLEASH THE ARCHERS die Geister der Vergangenheit, in Form von Growls und harschen Riffs, von der Leine.
Auf den ersten Blick verlieren UNLEASH THE ARCHERS dadurch zwar einiges an Eigenständigkeit und Unberechenbarkeit, gewinnen auf den zweiten Blick dadurch aber deutlich mehr an Profil und Eingängigkeit.
Ob es letztendlich richtig war, diesen Schritt so rigoros zu verfolgen, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist, mit "Apex" haben UNLEASH THE ARCHERS nun ein (nahezu) blütenreines Power Metal/Heavy Metal Album im Köcher, das mit "Ten Thousand Against One", "Awakening" und "False Walls" dreimal allerfeinsten Stoff für Liebhaber dieser Musikrichtung in petto hat.
Wer jetzt allerdings meint, dass Brittney Slayes angefangen habe, im rockigen Opernbereich ala NIGHTWISH und Konsorten rumzuträllern und UNLEASH THE ARCHERS neuerdings auf Synthiegeblubber stehen würden, der ist auf dem Holzweg.
Immer noch huldigt die Truppe der puren Macht des Riffs und geht um einiges härter, als viele Genrekollegen zu Werke. Am intensivsten kann man sich davon auf "The Coward's Way" und "Cleanse the Bloodline"überzeugen.

Fazit: Mit "Apex" haben UNLEASH THE ARCHERS sich zwar nicht neu erfunden, trotzdem dürfte dieses Album als Wendepunkt in die Band-Analen eingehen.
Denn, abgesehen von zwei, drei mittelprächtigen Tracks, haben UNLEASH THE ARCHERS auf "Apex" vieles richtig gemacht, sodass man weiterhin gespannt sein darf, wie die Erfolgsgeschichte weiter geht. (JK)

8 von10

www.facebook.com/UnleashTheArchers
www.unleashthearchers.com

Freitag, 7. Juli 2017

BEAR MACE / "Butchering The Colossus" / self-released / 8 Tracks / 39:21 Min

Ab sofort werden wir euch in unregelmäßigen Abständen Bands vorstellen, die ihre Musik in Eigenregie (self-released) veröffentlichen, also momentan ohne Label dastehen.

Da wir der Meinung sind, dass unsere Musik (egal welches Genre) ohne Underground-Veröffentlichungen nie so groß und erfolgreich geworden wäre, möchten wir dazu animieren, nicht nur den namhaften Acts Beachtung zu schenken, sondern auch den bis dato noch unbekannten Bands, zumindest ab und zu mal ein Ohr zu leihen. Der Idealfall wäre natürlich, wenn ihr die Bands unterstützen würdet.

Den Anfang machen heute BEAR MACE aus Chicago/USA.

Der Bandname entsprang einer hitzigen Debate, zwischen Sänger Lord Devourer und Gitarrist Crossbow Death, was den zu tun sei, wenn eine Schule von einem Grizzly Bären (wer kennt das Problem nicht) angegriffen würde.
Kurz bevor die Debate handgreiflich wurde, entschied man sich seine Energie doch lieber in die Gründung einer Band zu stecken.
Da genannte Herren aus Chicago stammen, laut Statistik (Mordrate) die gefährlichste Stadt der USA, und zudem Fans von BOLT THROWER, MASSACRE und DEATH sind, war man sich relativ schnell einig, dass BEAR MACE nur glaubhaft rüberkämen, wenn man selbst auch (Oldschool-) Death Metal machen würde.
Das erste Lebenszeichen liegt nun in Form von "Butchering the Colossus" vor und wartet darauf, von euch angetestet zu werden.

https://www.facebook.com/bearmace1

Mittwoch, 5. Juli 2017

SÓLSTAFIR / "Berdreyminn" / Label: Season of Mist / 8 Tracks / 57:22 Min

Nebel, stiller Nebel über Meer und Land. Totenstill die Watten, totenstill der Strand. Trauer, leise Trauer deckt die Erde zu. Seele, liebe Seele, schweig und träum auch du (Christian Morgenstern).

Oh Metal-Community, wie reich, wie arm du doch bist.

Beheimatest Bands, die mit ihrer Musik imstande sind, Kälte, Dunkelheit und Melancholie sichtbar zu machen. Nennst Bands dein Eigen, die mit ihren Kompostionen das Grau des Nebels aufzubrechen vermögen und mit ihren Harmonien in der Lage sind, das Universum in Schwingung zu versetzen.
In Ekstase verfällst du, wenn eine dieser Bands sich ankündigt, in deinem Heimatort ihre Kunst auf die Bühne zu bringen und du dafür eines der raren Konzerttickets ergattert hast.

Oh Metal-Communiuty, wie reich, wie arm du doch bist.

Kunst kommt von Können, sagst du und wer Metal kunstvoll zelebriert, verdient es innig geliebt zu werden.
Doch wehe dem, der Verrat an der einzig wahren, der trven Bewegung begeht, und sei es nur, weil er die Gitarrensaiten nicht mehr ganz so heftig anschlägt, als noch zuvor, dessen Shirts verbannst du im Kleiderschrank weit nach hinten.
Wer mit seiner Musik massenkompatibler wird und deshalb inzwischen auch bei den "uninteressanten" Festivals, wie dem Hurricane oder dem Southside auftritt, der verdient nicht länger mehr deine Aufmerksamkeit und deine Liebe.

Oh Metal-Community, wie reich, wie arm du doch bist.

Mit deiner strikten Einteilung, in schwarz und weiß, mit deiner rigorosen Katalogisierung, in metalllisch-verwurzelt und poppig-angehaucht, läufst du mal wieder Gefahr, ein, zugebenermaßen etwas aus dem Kontext fallendes, aber dennoch sehr ansprechendes Album schlecht zu reden, oder gänzlich an dir vorbeiziehen zu lassen.

Möchtest du wirklich, wahrscheinlich zum x-ten mal, dir nach Jahren eingestehen müssen, dass du seinerzeit, als dieses Album aktuell war, nicht in der Lage warst, oder nicht sein wolltest, zu erkennen, dass die Farbe Schwarz mehrere Facetten hat und SOLSTAFIR immer noch eine jener Bands sind, für die es sich lohnt, gegen den Strom zu schwimmen? (JK)

8 von 10

www.solstafir.net
www.facebook.com/solstafirice

Freitag, 30. Juni 2017

Konzertbericht METAL CHURCH + COMANIAC - 13.6.2017 München/Backstage

Die Messe ist noch lange nicht gelesen - Vanderhoof und seine METAL CHURCH auf Welttournee

München ist nur Schickimicki? Von wegen! An diesem Dienstag hat sich (gefühlt) halb München in verwaschene Jeans, sowie T-Shirts mit Heavy Metal Aufdruck gezwängt, um ihre Helden der 80er Jahre abzufeiern.
Spätestens am Hauptbahnhof trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen - Während der Großteil ins Olympiastadion eilt, um William Bruce Rose und Saul Hudson (aka GUNS N ROSES) zu sehen, trifft sich der wahre Heavy Metal Liebhaber im Backstage, um den Klängen von METAL CHURCH zu lauschen.

Ursprünglich sollten METAL CHURCH von den Australiern MESHIAAK begleitet werden. Die stehen jedoch seit kurzem ohne Drummer da und konnten auf die Schnelle keinen adäquaten Ersatz finden. Des einen Leid ist des anderen Freud. Nutznießer sind die Schweizer COMANIAC, die kurzfristig eingesprungen sind.

Als kurz nach 20 Uhr das Licht ausgeht und die vier Jungs elanvoll die Bühne stürmen, merkt man COMANIAC sofort an, dass sie bis in die Haarspitzen motiviert sind und die Gunst der Stunde nutzen wollen.
COMANIAC Live (© by Sabine Vollert)
Vor allem Fronter Jonas Schmid ist kaum zu halten. Wie vom der Tarantel gestochen, rast er vom linken Bühnenrand zum rechten und wieder zurück, hält in der Mitte kurz inne, um seine Vocals zum besten zu geben, bevor der Reigen von vorne beginnt.
Aber auch der Rest der Truppe steht dem im kaum nach. Sieben Tracks bekommen COMANIAC in der knappen dreiviertel Stunde unter, die allesamt technisch sauber vorgetragen werden und durch geschickt gesetzte Breaks, sowie der Riffgewalt zweier Gitarren, aufhorchen lassen. Nur an der Eingängigkeit der Songs hapert es noch. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Die Umbaupause wird von den meisten zum szenetypischen Dreierschlag "PBM - Pinkeln, Bier, Merch" genutzt. Nachdem ein jeder seine Geschäfte dann erledigt hat, geht's wieder zurück vor die Bühne, um einen guten Platz in der Vanderhoof'schen METAL CHURCH zu ergattern.

Wenige Momente später eröffnen METAL CHURCH mit "Fake Healer". Druckvoll und auf den Punkt genau vorgetragen, hauen Kurdt Vanderhoof & Co gleich mal zu Beginn einen der stärksten Songs der Mike Howe Ära raus. Wow!
Ein Einstieg nach Maß für METAL CHURCH, der von Anfang an für schweißtreibende Momente im mittleren Backstage Club sorgt und das Publikum packt. Immer wieder schallen lautstarke "METAL CHURCH"-Rufe durch die Halle, die auch nicht abklingen wollen, als METAL CHURCH mit "In Mourning" den nächsten Klopper anstimmen.
Die Rückholaktion von Mike Howe hat sich definitiv nicht nur als Sänger gelohnt, sondern auch als Symapthieträger, für die von Personalwechseln arg gebeutelten Amerikaner. Bestens aufgelegt und gut bei Stimme hüpft und wippt (hat was Ausdruckstanz in der Waldorfschule) sich Howe durch den Abend und wüsste man es nicht besser, man könnte fast glauben, er wäre nie weg gewesen.
Was wäre nicht alles möglich gewesen, wenn METAL CHURCH  über einen längeren Zeitraum mit stabilen Bandgefüge hätten arbeiten können...
                               
METAL CHURCH Live (© by Sabine Vollert)
Auch wenn es in letzten 35 Jahren erfolgstechnisch etwas holprig bei METAL CHURCH zugegangen ist, auf eines konnte man sich bei ihnen immer verlassen - auf die Gabe, großartige Songs zu schreiben.
Da ist es dann auch egal, ob Klassiker wie "Start the Fire", "Date with Poverty" und "Watch the Children Pray" vorgetragen werden, oder auf neueres Material, wie beispielsweise "Reset" und "No Tomorrow" zurückgegriffen wird, METAL CHURCH rocken das Backstage vom Feinsten.
Da aber bekanntermaßen alles mal sein Ende hat, so auch der heutige "Helden der Jugend"-Besuch, ist danach auch schon die Zeit für den letzten Song des Abends gekommen - "Beyond the Black".
Langanhaltende "METAL CHURCH"-Rufe und lautstarker Applaus lassen allerdings keinen Zweifel daran aufkommen, dass man ohne eine fette Zugabe nicht gewillt ist Vanderhoof & Co von der Bühne zu lassen.
Und so gibt es, ohne das sonst übliche "kurz runter von der Bühne"-Prozedere, mit "Badlands" und "The Human Factor" noch einen amtlichen musikalischen Nachschlag, bevor sich die gesamte Truppe zum Merchstand durcharbeitet und jedem, sofern gewünscht, für Autogramme und Selfies zur Verfügung steht. (JK)

An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an Sabine Vollert, für die zur Verfügungstellung der Fotos!
https://www.facebook.com/sabine.vollert.10

Donnerstag, 29. Juni 2017

+++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++

+++ Metal Blade legen die RIOT Alben "Inishmore", "Shine On" und "Sons of Society" als Digi-CDs und Vinyl neu auf. Erhältlich werden die Alben ab Ende Juni sein +++ THE HIRSCH EFFEKT sind zurück. Am 18.8. erscheint das neue Album "Eskapist". Wer nicht bis dahin warten mag, kann sich mit der Vorabsingle "Lifnej" eindecken +++ Auch PORTRAIT haben ein neues Album am Start. "Burn the World" erscheint am 25.8. via Metal Blade Records +++ Und auch MOONSPELL wollen sich nicht lumpen lassen und haben mit "1755" ebenfalls ein neues Album in der Warteschleife. VÖ ist der 3.11.2017 +++ NERVOSA on Tour: 16.7. Wien/Viper Room, 17.7. Egelsee/Schwarze Adler, 20.7. Berlin/Sage Club, 21.7. Erfurt/From Hell, 22.7. Mannheim/7er Live Club, 28.7. Kiel/Alte Meierei, 29.7. Münster/Rare Guitar +++ MAYHEM on Tour: 29.9. Berlin/Columbia Theater, 30.9. Dresden/Reithalle, 2.10. Stuttgart/Wizeman, 3.10. Graz/Orpheum, 5.10. Köln/Essigfabrik, 8.10. Mannheim/MS Connection +++ SOLSTAFIR on Tour: 29.11. München/Theaterfabrik, 30.11. Salzburg/Rockhaus, 8.12.Wien/Arena, 12.12. Berlin/Heimathafen, 13.12. Köln/Kantine, 14.12. Osnabrück/Rosenhof +++

ÖRTH / "Nocturno Inferno" / Label: Satanic Art Media / 10 Tracks / 44:09 Min

Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft. Wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Vergangenheit (George Orwell).


Wie Phönix aus der Asche steigt die neuerliche Veröffentlichung von ÖRTHs 1996er Werk "Nocturno Inferno" aus den dunklen Kammern des Vergessens auf, um all jene zu beglücken, die die Blütezeit des skandinavischen Black Metals verpasst haben, weil sie entweder zu spät geboren wurden, oder, weil sie erst später die Schönheit dieses Genres für sich entdeckt haben.
ÖRTH sind inzwischen längst in den Gebeinhäusern von Valhalla beheimatet und waren auch seinerzeit (aktiv von 1992 - 1999) nur wenigen bekannt. Und trotzdem kann (muss?) von einem schwarzen Kleinod gesprochen werden, wenn man sich "Nocturno Inferno" zu Gemüte führt.
Dieses Zeitdokument spiegelt den Spirit der damaligen Zeit perfekt wider, ohne sich dabei mit selbstverliebten Trve-Gepose selbst ins schwarze Abseits zu stellen.
Allein schon die beiden Tracks "The Silence of the Guide" und "A Sign in Time" rechtfertigen den Kauf dieses Albums, vereinen sie in Perfektion doch alles in sich, was jede dunkle Seele für seine Existenz benötigt: Intelligent eingesetzte Härte, erhabene Melodien, feine Tempowechsel und Vocals, die Hass und Verachtung predigen.
Bei "Bonded" präsentieren ÖRTH ihre ruhigere, aber keineswegs weniger schwarze Seite, bevor bei "The Worshipper" die Hölle wieder ihre Pforten öffnet.
Überhaupt ist der Albumaufbau als sehr gelungen zu bezeichen. Neben den knüppelharten Songs, die überwiegen, geben die drei Instrumental-Tracks und das eben angesprochene "Bonded" der Veröffentlichung den Raum zum atmen, den sie benötigt, um auch 21 Jahre nach Erstveröffentlichung, frisch wie am ersten Tag zu wirken.

Fazit: Wer EMPEROR mehr als nur eine Träne nachweint, wer meint das DARKTHRONE inzwischen zuviel am Rock 'n' Roll Fläschen geschnüffelt haben und zudem denkt, dass GORGOROTH auch nicht mehr das sind, was sie mal waren, oder einfach nur der Meinung ist, dass Früher einfach alles bessser war (selbst die Zukunft), für den dürfte "Nocturno Inferno" nicht nur ein Reise-Ticket in die Vergangenheit sein, sondern (vielleicht) auch als Fingerzeig in die Zukunft gewertet werden.
Denn, ganz so tot sind ÖRTH dann doch nicht - 2001 entschieden sich die Norweger einen zweiten Anlauf zu nehmen, unter neuem Namen: ARVAS. (JK)

8.5 von 10

https://www.facebook.com/Arvasblackmetal